Fakten und Forderungen

Fakten und Forderungen

 

1.185.000 Menschen in Österreich (14,1% der Bevölkerung) sind armutsgefährdet. Rund 25% oder 414.000 Menschen in Österreich sind mehrfachausgegrenzt und damit starker Benachteiligung im Vergleich zur restlichen Bevölkerung ausgesetzt: auf sie treffen zwei von drei benachteiligenden Lebenssituationen zu - geringes Einkommen, geringe Erwerbsmöglichkeiten und Einschränkung in zentralen Lebensbereichen.

Armutslagen von Kindern und Jugendlichen

Neben einem geringen Einkommen, das häufig mit einer geringen Erwerbsintensität oder prekären Arbeitsverhältnissen im Haushalt einhergeht, zeigen Einschränkungen in zentralen Lebensbereichen die Benachteiligungen für armutsbetroffene Kinder und Jugendliche:

Einschränkungen beim Essen (59.000 Kinder), beim Kaufen neuer Kleidung (56.000 Kinder), bei unerwarteten Ausgaben (195.000). Im aktuellen EU-SILC-Modul 2015 zeigen sich zudem Ausgrenzungen in wichtigen, kinderrelevanten Lebensbereichen:

  • 10% der armutsgefährdeten Kinder können an kostenpflichtigen Schulveranstaltungen nicht teilnehmen.

Kinderreiche Haushalte häufiger armutsbetroffen

Haushalte mit Kindern weisen in Österreich eine höhere Armutsgefährdungsquote auf als Haushalte ohne Kinder. Während Mehrpersonenhaushalte ohne Kinder zu 8% armutsgefährdet sind, steigt das Risiko bei zwei Kindern auf 11% und bei drei Kindern auf 27%. Besonders gefährdet sind Ein-Eltern-Haushalte. Hier liegt die Armutsgefährdungs-quote bei 34%. Ein Grund dafür sind fehlende Kinderbetreuungseinrichtungen, vor allem für Kleinkinder, wodurch eine (Vollzeit-)Erwerbstätigkeit beinahe unmöglich gemacht wird.

Kinder aus Zuwandererfamilien stärker betroffen

Während 13% der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 24 Jahre mit österreichischer Staatsbürgerschaft armutsgefährdet sind, ist der Anteil unter Kindern und jungen Menschen anderer Staatsbürgerschaft mit 43% mehr als dreimal so hoch.

Arbeitslosigkeit erhöht das Armutsrisiko

Armut von Kindern und Jugendlichen steht in direktem Verhältnis zum Haushaltseinkommen der Familie. Wird im Elternhaushalt volle Erwerbstätigkeit erzielt, sind 7% armutsgefährdet. Sind die Eltern nur teilweise erwerbstätig erhöht sich das Risiko auf 17%. Wenn beide Eltern arbeitslos sind, leben fast zwei Drittel (65%) unter der Armutsgefährdungsschwelle. In Haushalten, in denen Sozialleistungen die Haupteinnahmequelle ausmachen, sind es 60%.

Kinder und Jugendliche erleben Armut insbesondere auch durch soziale Ausgrenzung. Armut bedeutet neben Einkommensarmut einen Mangel an Lebenschancen. Das reicht von mangelhaften Wohnbedingungen, schlechtem Gesundheitsstatus bis zum Ausschluss von gesellschaftsüblichen Freizeitaktivitäten.

Armut hat Auswirkungen auf die Lebenszufriedenheit

Personen mit hohem Einkommen und hoher Bildung sind überdurchschnittlich zufrieden mit ihrem Leben. Personen unter einem bestimmten Mindestlebensstandard, also jene mit Einschränkungen in zentralen Lebensbereichen und arbeitslose Personen bewerten ihre Lebenssituation mit weniger Zufriedenheit.

Die Volkshilfe fordert:

Sicherung des Lebensunterhaltes für Familien mit Kindern:

Schaffung eines integrativen Bildungssystems, das auf die Stärken ALLER Kinder ausgerichtet ist:

Stärkung des sozialen Umfelds des Kindes, z. B. durch Sensibilisierung und Schulungen von PädagogInnen im Bereich Armut und soziale Ausgrenzung

Umfangreiche Forschungsarbeit zur Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen

 

Arme Menschen dürfen nicht zu BittstellerInnen und AlmosenempfängerInnen gemacht werden. Jeder Mensch hat das Recht auf soziale Sicherheit, Bildung, Arbeit und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Mehr Informationen zu unserer Forderungen finden Sie auch hier in unserem Positionspapier (PDF).

 

 

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