Volkshilfe Tagung: Teilhabe & Zugehörigkeit neu denken

 Es braucht mehr als nur guten Willen, bedürftige Familien, Frauen, Männer und Kinder zu unterstützen und sie aus einer prekären Lebenssituation herauszuführen.


Wenn Österreich das selbst gesteckte Ziel, die Zahl der Armutsgefährdeten bis zum Jahr 2020 um 235.000 Personen zu reduzieren, erreichen will, muss Armutsbekämpfung oberste Priorität werden.


Armut sichtbar machen!


Der 17. Oktober ist der Internationale Tag für die Beseitigung der Armut. Die Volkshilfe rief 2016 zum fünften Mal den „Tag gegen Armut" aus. Das erklärte Ziel: Dem Kampf gegen Armut eine laute Stimme zu geben. Im Jahr 2016 widmeten wir uns ganz dem Kampf gegen Kinderarmut sowie gegen Kürzungen der Mindestsicherung.


Tagung 2016: "Teilhabe & Zugehörigkeit neu denken"

Fester Bestandteil der Aktivitäten rund um den Tag gegen Armut ist die von der Volkshilfe Österreich jährlich veranstaltete Tagung zum Thema Kinderarmut. Im Rahmen der Veranstaltung, die von der Volkshilfe gemeinsam mit der FH Campus Wien umgesetzt wird, präsentieren und diskutieren ExpertInnen aus dem Bereich der Sozialarbeit, Philosophie, Wirtschaft und Technik Aspekte der Armutsbekämpfung aus theoretischer und praktischer Perspektive.

Der Direktor der Volkshilfe Österreich, Erich Fenninger: „Das große Interesse an unserer Tagung zeigt die gesellschaftliche Relevanz des Themas. Armutsbetroffene Kinder werden schon in frühen Stadien von der Teilhabe ausgeschlossen. Das gilt es zu verhindern. Im Rahmen unserer Tagung bringen wir Menschen und Wissen zusammen, um gemeinsam Strategien zu erarbeiten, die es allen Menschen – vom frühen Alter an – ermöglichen, teilzuhaben“.

Im ersten Teil der Tagung bot Matthias Schnetzer (AK/WU Wien) fünf empirische Beobachtungen zum Thema Ungleichheit und soziale Mobilität. Unter anderem bestätigten diese, dass Erbschaften einen doppelt so großen Beitrag zur Vermögensungleichheit liefern, wie Einkommen. Raphaela Kogler (TU Wien) erörterte im Anschluss inwiefern und warum armutsbetroffene Kinder weniger Zugang zu Orte haben, an welchen sie ihre Kompetenzen erweitern können.
 

 Nicht zuletzt referiert Erich Fenninger über den Ausschluss armutsbetroffener Kinder auf institutioneller Ebene. Sein Appell lautete, sich der neoliberalen Hegemonie zu widersetzen und Maßnahmen umzusetzen, die ein gelingendes Leben für alle und nicht den Ausschluss für viele zum Ziel haben. Die Analyse der Bildungsabschlüsse zeige eindeutig, dass Kinder von armen Eltern mit geringer formeller Bildung früh aus dem Bildungssystem ausgeschieden werden. Zusammenhänge wie diese müssten aufgebrochen werden.

Nach Diskussionen in Form von Kleingruppen und einer anschließenden Themenauseinandersetzung im Plenum beschäftigte sich Oskar Negt im Rahmen seines Vortrages mit dem Thema Demokratie als gesamteuropäischer Lernprozess: „Armut betrifft die ganze Gesellschaft und ist zugleich Teil eines Abkoppelungsprozesses. Die Frage nach Gerechtigkeit und Demokratie muss deshalb heute so stark gestellt werden, wie sie in den letzten 20 Jahren nicht gestellt wurde. Wir sind in der Situation, eine Demokratie zu verteidigen. Ich bin der Meinung, dass Demokratie die kostengünstigste Einrichtung einer Gesellschaft ist. Aber nur unter der Voraussetzung einer anderen Ökonomie.“

Zur Tagung 2016 stehen folgende Downloads zur Verfügung:

    Dokumentation der Diskussionsgruppen
    PP-Präsentation Matthias Schnetzer
    PP-Präsentation Raphaela Kogler
 

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